Der Kinderschutz steht im Mittelpunkt der Arbeit von Compassion. Ein Besuch in einem Kinderzentrum in Bolivien zeigt, wie Kinder und Eltern für Gefahren sensibilisiert und gleichzeitig ermutigt und gestärkt werden.
Maite und David, beide siebenjährig, sind auf dem Weg zu ihrem Compassion-Kinderzentrum in Cochabamba, im Herzen Boliviens. In ihrer Nachbarschaft erleben viele Familien grosse Herausforderungen im Bereich des Kinderschutzes: Missbrauch wird oft als normal angesehen, und die Kinder wagen es nicht, über die Geschehnisse zu Hause zu sprechen.
Die Mission des Compassion-Zentrums? Das Bewusstsein im Quartier zu verändern und sowohl den Kindern als auch ihren Eltern zu vermitteln, wie wertvoll jeder Einzelne von ihnen ist und dass sie Schutz verdienen. Im Compassion-Programm lernen die Kinder, dass ihre Gefühle, ihr Körper und ihre Grenzen zählen und dass jeder von ihnen wichtig ist, vom Kleinsten bis zum Grössten.
Maite und David betreten ihr Klassenzimmer, wo sie heute an einem besonderen Workshop teilnehmen: Sie lernen, „Nein“ zu sagen. Ihre Lehrerin Ermegilda ist fest davon überzeugt: Die Sensibilisierung für den Kinderschutz ist von zentraler Bedeutung, da jedes Kind von Gott geschaffen wurde und Wertschätzung verdient. Die Mädchen und Jungen lernen, was Einwilligung bedeutet, und erfahren, dass sie sich an einen Erwachsenen ihres Vertrauens wenden müssen, wenn sich ihnen jemand auf unangemessene Weise nähert oder sie berührt.
Die Kinder werden an ihren eigenen Wert erinnert und lernen, dass ihre Stimme zählt, und sie das Recht haben, Nein zu sagen.
„Hier fühle ich mich sicher, weil alle gut auf mich aufpassen. Man sagt mir, dass ich wichtig bin und dass Gott mich einzigartig erschaffen hat“, betont Maite.
Doch die Arbeit des Kinderzentrums geht noch weiter: Auch die Eltern werden ermutigt und ausgerüstet. Kinderschutz beginnt zu Hause, und die Erwachsenen spielen dabei eine entscheidende Rolle. In speziellen Workshops lernen die Eltern, wie sie in ihren Familien eine sichere und geborgene Atmosphäre schaffen können.
Lidia, eine dreifache Mutter aus demselben Quartier, ist überzeugt: Diese Kurse haben ihr das nötige Vertrauen geschenkt, um mit ihren Kindern über dieses Thema zu sprechen. Sie erklärt ihnen immer wieder, wie wertvoll ihr Körper ist und dass niemand das Recht hat, sie zu berühren.
„Hier fühle ich mich sicher, weil sich alle gut um mich kümmern. Man sagt mir, dass ich wichtig bin und dass Gott mich einzigartig gemacht hat.“
Maite, 7 Jahre, Programmteilnehmerin in Bolivien
Die wirksamste langfristige Prävention ist jedoch der Aufbau von Beziehungen. Das Vertrauen, das Woche für Woche zu den Betreuerinnen und Betreuern wächst, bildet ein echtes Auffangnetz für die Kinder. Sie lernen, dass das Kinderzentrum ein sicherer Ort ist, egal was passiert. Hier finden sie bei Bedrohung oder Missbrauch immer ein offenes Ohr und konkrete Hilfe.
Die Mitarbeitenden in den Kinderzentren sind im Bereich des Kinderschutzes geschult, und die Kinder wissen, dass sie sich auf sie verlassen können. Auf der Ebene von Compassion International wird die Mehrheit der Missbrauchsfälle von den Mitarbeitenden der Zentren gemeldet – ein klares Zeichen dafür, dass die Kinder keine Angst haben, sich ihnen anzuvertrauen und über ihre familiäre Situation zu sprechen.
Nach einer warmen Mahlzeit im Kinderzentrum machen sich Maite und David auf den Heimweg. Sie kehren mit mehr Selbstvertrauen und dem Wissen nach Hause zurück, wie sie sich in schwierigen Situationen schützen und Hilfe holen können. Sie gehen auch mit dem Bewusstsein nach Hause, wie wertvoll sie sind – und mit der Gewissheit, dass sie im Kinderzentrum immer eine Vertrauensperson finden, mit der sie reden können.
Erfahre mehr über das Engagement von Compassion für den Kinderschutz:
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