Wie entsteht Kaffee mit sozialem Impact? Lea und Michael von MILEAM COFFEE ROASTERS erzählen, wie sie gemeinsam mit Kemi Mesafint in Äthiopien den „Kemi-Kaffee“ entwickelt haben – ein Projekt, das Genuss mit nachhaltiger Wirkung verbindet.
Lea und Michael Krakowski haben eine Leidenschaft: Kaffee. 2024 gründeten sie in der Ostschweiz ihre eigene Kaffeerösterei MILEAM COFFEE ROASTERS. Bereits heute fliesst pro verkauftem Kilo Kaffee 1 Franken an Kinderhilfswerke wie Compassion Schweiz. Sie wollten aber nicht “nur” beim Spenden stehen bleiben, sondern konkret einen Beitrag zur Stärkung der lokalen Wirtschaft leisten.
Über Compassion kamen sie in Kontakt mit Kemi Mesafint in Äthiopien. Er besuchte das Patenschaftsprogramm von Compassion und ist heute ein erfolgreicher Rapper und Moderator. Daneben hat er ein Kaffeegeschäft aufgebaut. Nach ihm ist der “Kemi-Kaffee” benannt, den Lea und Michael von ihm in die Schweiz importieren und vertreiben möchten.
Im Interview geben Lea und Michael sowie Kemi Anteil an ihrer Leidenschaft für Kaffee und der Geschichte hinter dem gemeinsamen Projekt.
Lea und Michael, was fasziniert euch an gutem Kaffee?
Kaffee ist nicht nur ein dringend notwendiges Genussmittel (zumindest für Michael), sondern ein Produkt mit Geschichte, Handwerk und Kultur. Jeder Schluck kann Geschichten von Herkunft, Klima, Boden und Menschen erzählen. Genau diese Vielfalt und Tiefe faszinieren uns am Kaffee.
Wie erkennt man guten Kaffee und was macht ihn aus?
Guter Kaffee zeichnet sich durch hohe Qualität der Bohnen, sorgfältige Röstung, Aromenvielfalt, Frische und bewusste Herkunftsauswahl aus. Für uns bedeutet guter Kaffee auch Transparenz in der Lieferkette. Wir wollen wissen, woher der Kaffee kommt, wer ihn angebaut hat und unter welchen Bedingungen.
Wie seid ihr auf die Idee mit dem Kemi-Kaffee gekommen?
Die persönliche Verbindung durch unser Patenkind mit Compassion hat unseren Blick geschärft, und wir haben erkannt, dass Compassion in vielen Kaffeeanbaugebieten aktiv ist. Unser Wunsch war es, nicht nur durch Spenden zu helfen, sondern einen Schritt weiterzugehen: die lokale Wirtschaft zu stärken, damit Kinder und ihre Familien langfristig und nachhaltig profitieren können.
Wieso macht ihr ein Produkt mit sozialen Gedanken?
Uns geht es darum, einen Unterschied zu machen. Der Kaffee ist das Sahnehäubchen, das uns hilft und motiviert. Im Kern steht unser Glaube an Gott: Er motiviert uns, Verantwortung zu übernehmen und die Welt ein kleines Stück besser zu hinterlassen. Ein Produkt mit sozialen Gedanken zu schaffen bedeutet für uns, Glauben, Werte und Freude praktisch leben, während wir gleichzeitig Genuss und Qualität bieten.
Wie habt ihr die Idee mit dem Kemi-Kaffee konkret umgesetzt?
Wir fragten Kemi für Proben an. Dabei wurde klar, dass der Kaffee zwar spannend ist, aber noch nicht ganz unserem Qualitätsniveau entsprach. Im folgenden Entwicklungsprozess standen wir im Austausch mit Kemi und gaben Impulse zur Weiterentwicklung. Wir haben gespürt: Hier entsteht nicht nur ein Produkt, sondern eine Partnerschaft auf Augenhöhe und gemeinsamer Vision.
Welchen Tipp habt ihr für andere UnternehmerInnen, welche auch ein Produkt mit sozialen Gedanken lancieren möchten?
Eine klare Vision, die über den reinen Profit hinausgeht, ist entscheidend. Sozialer Impact sollte dabei nicht nur eine Marketingidee sein, sondern fest im Geschäftsmodell verankert sein. Gleichzeitig braucht es die Bereitschaft, zu lernen, sich anzupassen und aus Rückschlägen zu wachsen. Der Austausch mit Gleichgesinnten und ein starkes Netzwerk können dabei entscheidend sein.
Wir möchten über den gegenwärtigen Moment hinaus Wirkung erzielen. Selbst kleine Handlungen, die mit Vertrauen ausgeführt werden, können Leben verändern, Gemeinschaften stärken und Hoffnung schenken."
Lea und Michael
Kemi, warum hast du dich entschieden, ein Kaffeeunternehmen zu gründen?
Kaffee ist in Äthiopien mehr als ein Getränk: Er steht für Verbindung, für Gespräche, für Würde. Ich habe erkannt, dass jede Tasse zu einer Plattform werden kann – nicht nur für ein Geschäft, sondern für echte Wirkung. Dieses Unternehmen ist meine Art zu sagen: Deine Geschichte endet nicht dort, wo sie begonnen hat. So wie Kaffeebohnen durch Feuer veredelt werden, können auch wir uns verändern und mit neuer Bestimmung aufblühen.
Was macht äthiopischen Kaffee so besonders?
Äthiopischer Kaffee ist besonders, weil er Identität, Geschichte und Seele in sich trägt. Was ihn für mich wirklich besonders macht, sind die Menschen dahinter: Die Bäuerinnen und Bauern. Die Familien. Die Geschichten, die in jeder Bohne stecken. Wer äthiopischen Kaffee trinkt, erlebt nicht nur ein aussergewöhnliches Aroma, sondern schmeckt Herkunft und Hoffnung.
Was sind deine Pläne für die Zukunft der Marke?
Ich sehe diese Marke als eine Bewegung, die junge Menschen stärkt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Ich möchte Möglichkeiten schaffen, damit junge Menschen Fähigkeiten erlernen, ein Einkommen erzielen und ihren eigenen Wert erkennen. Ein Teil des Gewinns soll deshalb direkt in Programme zur Förderung von Jugendlichen fliessen. Ich möchte zudem Orte schaffen, an denen Kaffee und Mentoring zusammenkommen. Ein weiteres Ziel ist es, junge Menschen vom Einkauf bis zum Branding aktiv einzubeziehen, damit sie selbst Teil des Erfolgs werden.
Bleib über die weiteren Entwicklungen des Kemi-Kaffees und die Produkte von MILEAM COFFEE ROASTERS auf dem Laufenden.
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