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Gegen Ungerechtigkeit kämpfen im 2018

18. Januar 2018

Danielle Strickland hat sechs Tipps für uns, wie wir im 2018 gegen Ungerechtigkeit kämpfen und in der Welt etwas bewirken können.

 

Danielle Strickland: Autorin, Botschafterin und leidenschaftliche Kämpferin gegen Ungerechtigkeit. Seit über zwanzig Jahren dient sie als Heilsarmee-Offizierin Menschen am Rande der Gesellschaft.

 

1.    Ungerechtigkeit bekämpfen: Hinschauen.

 

Wir alle sind an Ungerechtigkeit beteiligt, wenn wir wegschauen. Das klingt zwar total logisch, aber das bewusste Wegschauen ist eines der grössten Versagen von uns als ganzer Gesellschaft! Wir schauen bewusst nicht hin und denken, das alles ist uns etwas zu viel, zu kompliziert und zu überwältigend. Darum muss der erste Schritt immer sein, dass wir bewusst hinschauen. Entscheide dich und mach die Augen auf.

 

2. Ungerechtigkeit bekämpfen: Beachtung schenken

 

Beachte die Dinge, die dich bewegen. Die Dinge, die dich stören, die Nachrichten, die deine Routine unterbrechen oder das Gespräch, das dir nicht aus dem Kopf geht. Schenke den Dingen, die du nicht ignorieren kannst, bewusst Beachtung. Vielleicht zeigt Gott dir durch diese Störungen etwas auf, was du verändern sollst. Catherine Booth hat mal gesagt: Man kann die Zukunft nicht verändern, ohne die Gegenwart aufzuwühlen.

Ich finde, es gibt viele Menschen, die eine veränderte Zukunft wollen, ohne jetzt etwas zu verändern – das geht nicht.

 

3. Ungerechtigkeit bekämpfen: Sich engagieren und lernen

 

Oft wollen wir am liebsten davonrennen, aber das wird unsere Herzen nicht verändern, und die Welt garantiert auch nicht. Stell dich der Herausforderung, häng dich rein, wo es ungemütlich ist, und lerne mehr über das Thema, das dich beschäftigt. Sei es, dass du Asylsuchende unterstützt, deine Nachbarn kennenlernst, Lebensmittelpäckli machst, in der Gassenküche kochst oder für die verfolgte Kirche betest.

Informiere dich zum Thema und suche eine Organisation, die sich mit dir zusammen dieser Herausforderung stellt. Mehr über ein Thema zu wissen hilft auch gegen die Lähmung und die Angst, die uns so oft davon abhalten, etwas zu tun.

 

4. Ungerechtigkeit bekämpfen: Du hast das Zeug dazu!

 

Manchmal denken wir, der Kampf gegen Ungerechtigkeit sei etwas für die Profis, und sowieso über unserer Gehaltsklasse.

Das Gleiche gilt für die Armutsbekämpfung, und auch darum finde ich Compassion so toll. Jeder kann mitmachen, und es läuft über die persönliche Beziehung. Wir können uns persönlich gegen extreme Armut engagieren. Die Antwort auf Armut ist ganz einfach: Teilen. Wir denken, wir brauchen das richtige Wissen, die Titel, die klugen Strategien. Dabei ist es ganz einfach: Fang an zu teilen und schau, was passiert.

 

5. Ungerechtigkeit bekämpfen: Mach den ersten Schritt

 

Beginne mit einem ersten Schritt. Bei Compassion könnte das heissen,

Pate eines Kindes zu werden. Oder deinen Kindern helfen, sich gegen Armut zu engagieren. Es ist für mich wunderbar, zusammen als Familie ein Patenkind zu haben und meine Kinder in den Einsatz für Gerechtigkeit miteinzubeziehen. Ich kann ihnen sagen: „Schaut mal, so sieht Armut aus. Dieses Kind ist ein Kind genau wie du, es lebt auf der anderen Seite der Welt, und ihr könnt Freunde sein.“

Soziale Gerechtigkeit heisst, das Leben bestmöglich zusammen zu leben, und Gerechtigkeit beginnt immer mit der Beziehung zu den Unterdrückten.

 

6. Ungerechtigkeit bekämpfen: Naiv bleiben

 

Es gibt einen franziskanischen Segen, der mich wirklich herausfordert: "Gott segne dich mit Unbehagen Wut, Tränen und Torheit".

Meine Lieblingszeile darin heisst:

“Mögen wir naiv genug bleiben zu glauben, dass die Art, wie wir leben, etwas in der Welt bewirken kann.“


 

Sind wir im 2018 naiv genug zu glauben, dass wir die Welt um uns herum verändern können? Können wir uns so sehr hingeben, um mit den Zerbrochenen, den Armen, den Verstossenen und den Menschen am Rand der Gesellschaft Hand in Hand zu laufen?

 

Stellen wir uns doch mal vor, was passiert, wenn die Befreier plötzlich zahlreicher sind als die Unterdrücker!

Packen wir’s an!

Danielle Strickland