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    Land: Philippinen
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    Alter: 4
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    Geschlecht : Junge
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DAS KIND, DAS ANDERS WAR – UGANDA

11. September 2018

„Als ich geboren wurde, hielten mich meine Verwandten für einen Fluch. Sie versuchten meine Mutter zu überzeugen, mich nicht länger zu stillen. Damit ich verhungern würde.“

Die kleine Grace war in der Tat ein besonderes Kind. Denn sie kam mit nur einem Arm zur Welt, dem rechten. Der linke Arm war nur halb vorhanden und es fehlten beide Beine. „Meine Sippe sagte, dass in ihr noch nie so etwas geschehen sei und dass wegen mir das Vieh sterben würde. “Nachdem der Vater starb, beschloss die Mutter, aus Ruanda nach Uganda zu gehen, auch um Grace zu schützen.„ Als ich grösser wurde, begann ich zu erkennen, dass ich anders war als die anderen Kinder. Einmal fragte ich meine Mutter: Hast du mir die Beine abgeschlagen?“ Die anderen Kinder verspotteten sie und trieben ihre Spässe mit ihr, weil sie nicht mitspielen konnte.

„Damals war ich sehr bitter. Ich warf sogar mit Steinen nach den Leuten.“

Auch ihre Verwandten in Uganda hielten  die kleine Grace für ein Unglück. Also übergab die Mutter Grace in die  Obhut einer Frau namens Betty. „Ich nahm Grace auf, weil ich sie mochte“, erzählt Betty. „Ich wusste, dass sie und ihre Mutter Flüchtlinge aus Ruanda waren und dass sie Familienstreit hatten wegen ihrer Behinderung.“ Dabei hatte Betty selbst neun Kinder. „Aber wir wurden so eng miteinander, als sie mit vier Jahren zu uns kam, dass sie Teil der Familie wurde. Es war, als ob sie mein  eigenes Kind ist.“ Grace blieb für die nächsten sieben Jahre. Zu der Zeit startete eine anglikanische Kirchengemeinde in der Nähe ihr Compassion-Kinderzentrum. Statt eines ihrer eigenen Kinder meldete Betty Grace im Kinderzentrum an, um ihr bessere Chancen zu geben. „Grace ist eine sehr nach vorn schauende Persönlichkeit, trotz ihrer Behinderung“, beschreibt Betty ihren Schützling. „Es fühlte sich so gut an, als sie uns sagten, dass wir alle nach Gottes Bild geschaffen seien“, erinnert sich Grace. „Sie sagten mir immer: Gott hat einen guten Plan für dich.“

Michael Masba, der das Kinderzentrum leitet, stellte sich voll dahinter, sie aufzunehmen: „Behinderte Kinder erleben so viele Schwierigkeiten hier in Uganda. Sie sind isoliert und werden von der Gesellschaft als nutzlos betrachtet. Sie haben praktisch keine  Möglichkeit zur Schule zu gehen.“ Für Graces Schulbesuch wurde nun gesorgt, ebenso erhielt sie einen Rollstuhl. „In Afrika lernen wir von dem, was wir sehen. Wenn ein solcher Mensch es schafft, dann werden es andere Menschen mit Behinderung sehen. Und man wird sich um sie kümmern.“

„Die Mitarbeiter machten mir Mut, selbstbewusst statt mit Selbstmitleid zu leben“, sagt Grace. „Die grösste Auswirkung auf mein Leben war, dass sie mir von Jesus erzählten. Denn ich war voller Bitterkeit. Durch ihre Begleitung wurde ich frei von meinem Groll und bekam ein Herz voller Liebe.“

Grace ist heute 18 und träumt davon, einmal Journalistin zu werden. Neulich lud ein Radiosender sie ein, ihre Geschichte zu erzählen. Drei Dinge möchte sie vor allem an andere weitergeben: „Du bist kein Fehler. Du kannst einen Beitrag leisten. Und, egal wie andere dich sehen: dein Wert kommt von Gott.“